Hier ist auch die Chance, auf Gleichgesinnte zu treffen, am grössten.

«Ich wollte meine Französischkenntnisse verbessern und habe mich für einen Intensivsprachkurs auf der Karibikinsel Guadeloupe entschieden», sagt Franziska aus Schaffhausen.

«Hier war ich gezwungen, mich auf Französisch zu verständigen.

«Ich bin solo nach Griechenland geflogen, um leichter Frauen kennen zu lernen», sagt der 27-Jährige.

«Ist man allein unterwegs, unternimmt man mehr, um in Kontakt zu kommen.» Gleich nach der Ankunft buchte er am Strand einen Windsurfkurs für Anfänger. In der Surfschule hast du Spass und lernst sofort neue Leute kennen.» Anbieter von Single-Reisen distanzieren sich allerdings ausdrücklich vom Verdacht der verdeckten Partnervermittlung.

Es sind gleich mehrere Tabus, mit denen ungewollt kinderlose Single-Frauen ab 40 Jahren konfrontiert sind: Nicht nur auf Familienfeiern, auch im Freundeskreis fühlen sie sich isoliert und müssen sich ständig blöde Kommentare anhören. „Mein Name ist Stephanie, ich bin 40 Jahre alt, Single und kinderlos – und es ist nicht das, was ich für mich selbst wollte.” Es ist eine andere Form von „Coming Out“, von dem Stephanie Booth in ihrem Blog „Climb to the Stars“ berichtet.

Denn es handelt sich um einen Satz, der gleich zwei gesellschaftliche Tabus enthält: Die Anglo-Schweizerin aus Lausanne ist eine - ungewollt - alleinstehende Frau, die - ungewollt - kinderlos geblieben ist.Inzwischen haben Reiseveranstalter Singles als Zielgruppe entdeckt.So bietet zum Beispiel der Reiseveranstalter Studiosus mit Me & More ein auf Singles und Alleinreisende zugeschnittenes Programm mit rund 30 verschiedenen Destinationen an.Doch da sind nicht nur die Eltern, die Druck machen, wie viele betroffene kinderlose Frauen berichten, sondern auch die Freunde, die vermeintlich gute Ratschläge geben à la „es ist ja noch Zeit“ oder „was die Medizin nicht alles möglich macht“ über „Kinder sind ja auch anstrengend, sei doch froh, dass Du so viel Freiraum hast“ bis hin zu „wenn Du bislang keine Kinder bekommen hast, wolltest Du unterbewusst bestimmt auch keine“.Um solche oder ähnliche Kommentare zu vermeiden, suchen Betroffene Wischmann zufolge oft Ausreden: Sie geben also vor, dass sie sich bewusst gegen Kinder entschieden haben.Manche würden sich kaum noch auf Familienfeste mit vielen Neffen und Nichten trauen.